Jahresrückblick Team Germany letzter Teil (5) – Zurück über die Rhön in die thermikreichen Sandböden des Nordosten

Jahresrückblick Team Germany letzter Teil (5) – Zurück über die Rhön in die thermikreichen Sandböden des Nordosten

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Im letzten Teil des Jahresrückblicks unseres deutschen NOVA-Flachland-Teams schließt sich die Runde: Wir kommen vom Süden in die Rhön und dann zurück in den Norden. Allerdings geht es in den Nordosten, die sogenannte Sandbüchse von Deutschland (ich glaube, ein Begriff von Uwe Krenz).

Die Wasserkuppe (die Heimat von Markus Hartmann) war schon in den frühen Segelflugjahren bekannt. Für die Streckenflieger aus dem Nordosten scheint der Harz ein unüberwindliches Hindernis darzustellen. Aber seit dem legendären Flugtag vom 22.08.2015 gibt es da ja Lichtblicke…

Heute erzählen

  • Marcus Hartmann

  • Torsten Seelig

  • und ich (Thoralf Hase)


Marcus Hartmann

 

Hallo zusammen,

nach unserem sehr schönen Teammeeting auf der Wasserkuppe war ich natürlich hoch motiviert, viele XC-Kilometer zu sammeln. Doch leider war auch bei mir die Ausbeute in diesem Jahr nicht so hoch wie erhofft… Ihr kennt das: Wetter, Wettervorhersage und die Abstimmung mit dem Job…

Daher bleibt mir einer meiner schönsten Flüge rund um die Wasserkuppe auch besonders in Erinnerung:

Angefangen hatte der Tag mit einmal Absaufen und durch Probleme beim Fahrdienst stand ich leider erst wieder gegen 16:40 Uhr startbereit am Hang. Eigentlich erwartete ich nicht mehr viel. Dann konnte ich aber doch nochmal zusammen mit einem Enzo 2 bis zur Basis drehen. Der E2 Pilot war anscheinend nicht so erfreut, das er das Pummelchen MENTOR 5 nicht abschütteln konnte, zumindest legte er einen ziemlich aggressiven Flugstiel an den Tag.

An der Basis angekommen, suchte ich daraufhin erst mal das Weite im Flachen. Und siehe da, es ging noch ein paar male an die Basis. So konnte ich mit einem kleinen geschlossenen Dreieck den Flug noch bis 19:30 Uhr ausdehnen und anschließend direkt am Vereinsheim auf der Wasserkuppe landen. Dort saßen bereits die Fliegerkollegen beim Landebier und fragten ganz verwundert, wo ich denn jetzt noch herkomme. Zumal etwas entfernt zwei Heißluftballone am Himmel standen…

Für mich war es wirklich etwas ganz Besonderes, ja fast Episches, sich abends bei relativ ruhigen, aber zuverlässigen Bedingungen auf etwas über 2000m an der Basis entlang zu hangeln… Und da dieser Flug so gänzlich unerwartet, quasi als Geschenk vor der Haustüre, daher kam, war ich doppelt begeistert. Link zum Flug.

Besonders schön fand ich auch, dass Team-Kollege Ingmar (Lautenschläger) zum Fliegen auf die Wasserkuppe kam! Mal schauen, wenn ich es demnächst mal hinbekomme, meinen Windenschein zu machen, dann besuche ich euch mal im Norden. Auch Timm (Asprion) kam zu Besuch und hat gleich mal ordentlich Kilometer gemacht (siehe https://teamblog.nova.eu/jahresruckblick-team-germany-teil-3-nordlicher-schwarzwald-bis-schwabische-alb/)! Zu meiner Entschuldigung: In dieser Zeit war ich im Familienurlaub am Lago Maggiore und so konnten wir uns leider nur über WhatsApp austauschen.

Das zusammen Fliegen wird aber auf jeden Fall nachgeholt! Vielleicht ist ja dann auch Thoralf dabei, er hatte mal sowas anklingen lassen. Sobald ein Termin zustande kommen sollte, werden wir es rechtzeitig kommunizieren. Dann kommt ja vielleicht noch der eine oder die andere dazu.

Während unseres Familienurlaubs fanden auch die X-Alps statt. Einer der wenigen Teilnehmer, die quer über den Lago Maggiore flogen, war Pal Takats. Pal lernte ich vor ein paar Jahren mal auf der Wasserkuppe kennen. Als ich ihn zuuuufällig im Livetracking sah, machte ich mich natürlich gleich auf den Weg. Nach längerem Suchen, konnte ich ihn sogar finden und ihn mit Getränken und ein paar netten Worten supporten.

Pal wollte an diesem Tag nochmals starten und zog dann gleich mit großen Schritten weiter. Es ist schon beeindruckend, welches Tempo die Jungs auch nach mehreren Tagen X-Alps noch an den Tag legen…

Supporter von Pal war Ferdinant Vogel (NOVA Testpilot). Ferdi kannte ich von einer Hessenmeisterschaft und bei der NOVA-Streckenflugveranstaltung im Frühjahr war er ja auch mit Toni Bender auf der Wasserkuppe. Alles total nette Typen. Daher fühlte ich mich den beiden natürlich etwas verbunden und habe ihnen fest die Daumen gedrückt…

Auf 2017 zurückblickend kann ich sagen, ich war zwar etwas enttäuscht über mangelnde XC-Kilometer, aber dennoch sehr zufrieden über viele schöne Erlebnisse. Besonders gut finde ich, Mitglied in einem so tollen Team zu sein. An dieser Stelle nochmal Glückwunsch an alle Team-Kollegen, die ihre Ziele dieses Jahr erreicht oder übertroffen haben. Aber wie Ivo schon so treffend schrieb: Die Ziele bleiben ja und man muss sich keine neuen suchen!

Das Leben birgt viele Umwege in sich. Die Kunst besteht darin, dabei die Landschaft zu bewundern. (Zen Weisheit). Und außerdem ist ja nach der XC-Saison , vor der XC-Saison…

In diesem Sinne, viele Grüße

Marcus

(der mit dem “C” und von daher nächstes Jahr hoffentlich unter einem SECTOR)

 


 

Torsten Seelig

 

Hallo allerseits,

mein Rückblick fällt aus meteorologischer Sicht schlechtester Flugsaison seit 2005 (seit ich fliege) trotzdem positiv aus. Anm.: „Der Wetterbericht ist ein Bericht, der zuweilen vom Wetter berichtigt wird.“ (Anmerkung von der Redaktion: Torsten ist Berufsmeteorologe). Vom Wetter bevorzugt war 2017 klar der südwestliche Teil Deutschlands.

Nichtsdestotrotz mit der Rennmaschine TRITON 2 und zusammen mit Käpt‘n (sächsisch für Kapitän) Thoralf auf PHANTOM das Jahr mit einem Top-Synchron-Streckenflug gestartet und das Potential des PHANTOM sichtbar gemacht. Das war mein erster Hunderter dieses Jahr. Der Link zum Flug.

Weiterhin die Spreewald-Open 2017 zusammen mit meinem Team “Ohne Bart” als drittbestes Team erleben dürfen. Dabei am letzten Wertungstag “personal best” auf TRITON 2 geflogen. Hier der Link zum Flug.

Ein riesig großes Dankeschön geht hierbei an NOVA für das Sponsoring und den Support beim Bereitstellen von Demoschirmen. Dies war nicht ganz so einfach, da zeitgleich das Testival in Kössen lief. Also Dankeschön nochmals auch im Namen meines Vereins dem 1. Cottbuser Drachen- und Gleitschirmfliegerclub e.V. Nächstes Jahr wird es keine Spreewald-Open sondern Müritz-Open geben. Ich freue mich schon darauf. Ein Video und einen kurzen Bericht gibt es auf diesem Link.

Desweiteren flog ich mit so wenig Flügen wie nie die meisten Flugstunden + Kilometer (hier sei angemerkt: trotzdem einfach zu wenig). Auf vier Hunderter darf ich zum Ende der Saison zurückblicken. Nächstes Jahr möchte ich sechs. Und dann gab es noch die wunderbaren Stunden die Punkte-technisch nicht viel zählen, dafür aber die Psyche so ungemein erhellen. Toll zum Team dazu zugehören und eure mentale Unterstützung zu genießen. Also: alles in allem eine super Flugsaison, die zum Abschluss mit einem wunderbar entspanntem Bassano-Urlaub gekrönt wurde.

Auf ein wundervolles Flugjahr 2018. Euch ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Grüße von eurem Wetterfrosch,

Torsten

 


Thoralf Hase

Hallo,

auch von mir ein paar Worte von mir zum Flugjahr 2017.

Geklagt über das Wetter wurde bereits genug. Sicherlich,  NO- Lagen waren wie schon 2016 so gut wie Fehlanzeige. Allerdings muss man sagen, dass ich auch Tage verpasst habe, weil ich dem lieben Wetterbericht geglaubt habe. Natürlich weiß ich, dass das Wetter im Endeffekt immer vor Ort gemacht wird… Zumal dieses Jahr die Wettervorhersagen sich oft ganz kurzfristig gedreht haben.

Im Alten Lager und Cottbus gab es 2017 nur drei Flüge über 200 km, darunter immerhin zwei mit einem NOVA TRITON 2. Der Hammerflug gelang Martin Serner von Cottbus bis an die Ostsee (im letzten DHV Info auch ein sehr lesenswerter Beitrag dazu) .

Aus einer ganzen Reihe wunderschöner Flüge im Verlaufe dieses Jahres sind mir zwei in besonderer Erinnerung geblieben.

Am 21. Mai. ging bei einem Flug aus dem Alten Lager nach dem Umfliegen der CTR Dresden ein lang gehegter Wunsch von mir in Erfüllung, einmal entlang der Elbe über das Elbsandsteingebirge zu fliegen. Eigentlich wollte ich auf Grund der fortgeschrittenen Zeit zunächst nur den Luftraum umfliegen, um von Süden her nach Dresden zu kommen. Der kanalisierende Elbtalwind verhinderte dies und zu meinem Glück hatte sich über den Westhängen an der Elbe entlang eine riesige Wolkenstraße  in Richtung Tschechien gebildet.

Kurz nach Neustadt mit Blick auf die “Autobahn” Richtung Erzgebirgskamm

Nach dem ganzen Luftraumgerangel waren der Flug und die Aussicht über dem Elbsandsteingebirge dann die wunderbarsten Momente des gesamten Fluges. Dank der Fliegerkollegen, die gerade in Tschechien unterwegs waren, saß ich reichlich zwei Stunden später schon beim Landebier zu Hause und konnte den 216 km-Flug noch mal in aller Ruhe Revue passieren lassen.

Am 18. Juni hatte ich mich nach mehreren Tandemflügen relativ spät entschlossen, trotz zunächst deutlichen Westwinds, von Cottbus einen für mich neuen Weg durch den Tagebau über das Kraftwerk Boxberg Richtung Zittau zu fliegen. Ich wollte den Nachhauseweg etwas verkürzen. Dies funktioniert bei westlichen Winden nur, wenn eine von den 4 EDR 76 (a-d)  geschlossen ist und man fliegt dann teilweise übers Niemandsland wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen.

Unten links die Vierecke im Wald – so entwickeln sich neue Windräderstandorte

Die Flüge über die sehr abwechslungsreichen Tagebaulandschaften sind für mich immer wieder aufs Neue ein Erlebnis. Hinter Niesky noch mit drei Seeadlern gedreht, und wenn dann nach der Landung ein unbekannter Fliegerkollege auftaucht und dich zwei Minuten vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof absetzt, dann ist der Tag perfekt – auch, wenn es keine 100 km waren. Link zum Flug.

 


 

Damit ist der Jahresüberblick 2017 des NOVA Team Germany abgeschlossen. Ich hoffe es hat Euch Spaß gemacht, die ganzen Berichte zu lesen.

Als Flachland-Team Captain finde ich, dass sich da eine richtig dufte Truppe mit einer ganze Menge Potenzial für die Zukunft zusammengefunden hat. An dieser  Stelle auch noch mal Danke an alle Team-Kollegen für ihren Beitrag zu dem großen Rückblick. Natürlich auch Danke an NOVA, die die ganze Sache erst möglich gemacht haben.

Wir wünschen allen einen guten Rutsch in das Jahr 2018, Gesundheit, Freude und Spaßan dem, was auf uns im neuen Jahr zukommt.

Euer

Thoralf