Jahresrückblick Team Germany Teil 3 – Nördlicher Schwarzwald bis Schwäbische Alb

Jahresrückblick Team Germany Teil 3 – Nördlicher Schwarzwald bis Schwäbische Alb

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Der Schwarzwald hat in den letzten Jahren sein Streckenflugpotenzial durch Piloten mit vorderen Platzierungen in der Flachlandwertung und im Deutschlandpokal des DHV-XC gezeigt. Und er hat landschaftlich einiges zu bieten. Auch unsere Flachland-Team-Piloten waren hier und auf der benachbarten Hochalb unterwegs. Lest den Jahresrückblick von
  • Timm Asprion
  • Markus Anders
  • Johannes Jakobi
Markus und Timm wurden übrigens NOVA-intern als “Newcomer des Jahres 2017” ausgezeichnet.

 


Timm Asprion

Servus Team,

Beginnen möchte ich mit meinem ersten Flug über die Landesgrenze: Vom Nordschwarzwald über Konstanz hinweg bis in die Schweiz. Der Flug war begleitet von einem unvergesslichen und wunderschönen Panorama. Zuerst der Schwarzwald, dann die Alb und zum Abschluss der Anblick des Bodensee – einfach genial!

Der Blick auf den Bodensee und die Landesgrenze nach Konstanz im Blick. Überwältigend!

Zum zweiten fällt mir natürlich mein Rekordflug ein: 180 km freie Strecke von der Wasserkuppe. Zu diesem Flug habe ich folgendes kommentiert:

Das war ein super schöner und lehrreicher Flug für mich. Ich möchte Euch gerne noch teilhaben lassen: Da die Prognose im Schwarzwald weiterhin gewittrig aussah, beschloss ich am Abend zuvor mit Michi an die Wasserkuppe zu fahren. Ein Tapetenwechsel tut bestimmt gut! Vom Regen am Morgen in die sommerlich schöne, noch blaue Röhn.

Erster Eindruck, super Entscheidung… am Startplatz kamen ab und zu in jedoch noch sehr geringen Abständen Ablösungen auf uns zu. Das wird bestimmt noch besser. Keine Spur von einem wirklichen überregionalen Wind… Richtung Osten bauen sich Stück für Stück die Wolken immer weiter auf. Am Startplatz wird schon von einer Unwetterwarnung geredet. Oh Mann, könnte vielleicht so kommen… aber mal schaun…

Leider kann sich zunächst noch kein Pilot in der Luft halten. Jedoch sind so langsam erste “Cumulusfetzen” vor dem Startplatz zu erkennen… Also, wir probieren es. Zum Glück etwas gefunden, jedoch etwas links vom Startplatz, sodass ich mich schön ins Schleppgelände der Segelflieger hineinversetzen lassen hätte müssen. Gehört sich nicht. Also wieder raus aus dem Bart und einen Weg nördlicher suchen. Dies war natürlich mit sehr viel Geduld verbunden… Diesen Tipp habe ich von Team-Kollege Marcus Hartmann erhalten, der meinte, dass die ersten 20 km an der Wasserkuppe die schwierigsten seien. Da ist wohl was dran.

Die ersten 20 Km sehen dann wirklich zäh aus: schon groß aufgebaute Wolken, viel Abschattung und dann noch ein richtig dickes hohes Wolkenfeld, das sich vor die Sonne schiebt. So ich denke ichmir fast schon: das war es jetzt dann… Kein guter Tag!

Doch die Geduld zahlt sich aus, denn es stellt sich raus, dass dies in etwa wie ein “Reset” funktioniert. Durch die hohe, dicke Abschattung, werden die niedrigeren Wolken wieder kleiner und nach zäher “Wartezeit” passiert sogar das Glück, dass sich die hohe Wolkenschicht auflöst. Der Thermik-Motor läuft wieder, es bilden sich neue Wolken. Der Wind nimmt auf einmal deutlich zu, vielmehr aus Süd als West. Eine geschlossene Aufgabe kann ich also vergessen. Jedoch will ich im Flug nie wirklich Richtung Norden, weil dort meist die größeren Wolken und Abschattungen stehen. Also ab Richtung Osten.

Ja so gehts‘s zumindest weiter, wenn auch noch etwas zäh und verrissen bis Suhl. Dort wartet der Thüringer Wald auf mich. Genial, tolle Begrüßung mit einem soliden Einstiegsbart. Hab mich wieder fast wie Zuhause gefühlt.

Ab dort bis kurz vor Schluss kann ich dann gut Meter machen. Mein Skytraxx zeigt Gleitzahlen an, da träumt man sonst nur davon. Ich denke “jetzt hat’s n Schuss oder das ist einfach nur der Wahnsinn!” Cool… Kann schließlich den Flug ganz schön lange aussitzen. Am Schluss überrascht mich dann leider noch ein Ostwind, so dass ich das letzte Waldstück nicht mehr überqueren will. Alles in allem hat sich der Ausflug extrem gelohnt, sehr viel Spaß gemacht und es war lehrreich!

Lustig und sehr nett war dann noch, nach der Landung, die Verständigung mit den Anwohnern. “S isch aber au et oifach zom erklära wenn ma eigentlich aus am Schwarzwald isch, ond no vo da Wasserkuppe aus bis noch Sachsen fliegt!”

Landeanflug um 19:44 Uhr

 

Zu guter Letzt mein erstes mehrtägiges Flugabenteuer, welches man am besten auf Vimeo zu Gesicht bekommt. Es war ein unvergessliches Erlebnis mit Wiederholungsgarantie.

Vielen lieben Dank für dieses tolle Flugjahr! Das NOVA Pilots Team hat meinen fliegerischen sowie meinen freundschaftlichen Horizont positiv erweitert. Dafür bin ich sehr dankbar!

Bis bald

Euer Timm

 


Markus Anders

Trotz meiner Affinität für die Berge bin ich froh, dem Team Germany anzugehören. Das Team ist eine lässige Truppe und ich find’ es spannend, von den unterschiedlichen Facetten der Fliegerei zu erfahren und von den verschiedensten Erlebnissen zu lesen.

Fliegen kann man einfach an so vielen Orten, ob Küste, Flachland, Mittelgebirge oder im alpineren Gelände. Die meiste Freude bereitet mir das Fliegen in den Bergen. Vor meiner Zeit als Pilot wollte ich eigentlich schon immer  jeden möglichen Berg besteigen. Jetzt kann ich mit Hilfe des Gleitschirms mühelos bis zum Gipfel aufdrehen und darüber hinweg fliegen. Ein Traum! Da ich an der etwas flacheren Schwäbischen Alb ansässig bin, welche ja fast schon als Flachland bezeichnet werden kann, sehe ich mich im Team Germany nicht fehl am Platz.

Über der Hochalb kurz vor Heidenheim an der Brenz

Denn ich konnte auch viele Flüge an der Alb machen. Von der Fluganzahl sogar mehr als die Hälfte meiner Flüge. Rekordflüge sind mir keine gelungen Ich kratze immer noch an den magischen 100km im Flachland rum. Einmal hätte ich es fast geschafft, aber die Bequemlichkeit hat mich dumme Entscheidungen treffen lassen. Mein Versuch aus dem Schwarzwald zur Alb zu fliegen, fand bei Horb am Necker auch ein schnelles Ende.

Dennoch gab es hier auch viele schöne Momente. Der schönste war das Einleiten der XC Saison an der Alb Anfang März mit meinem bisher weitesten Flug von Neidlingen bis hinter Ulm bei gerade mal einer 1500er Basis, die ich nur einmal erreichte. Sonst spielte sich der Flug eher bei 1100-1300 ab, was auf der Albhochfläche verdammt niedrig ist.

Mein absolutes Highlight war aber der Südalpen-Trip im April. Sowas in der Art schwebte mir schon lang durch den Kopf. Auf einen Berg hochlaufen, drauf los fliegen, wohin es auch immer geht, landen absolut ohne jeglichen Stress, biwakieren(oder alternativ eine Hütte aufsuchen) und von da aus am nächsten Tag auf gleiche Weise weiterziehen. Für mich Freiheit pur im Einklang mit der Natur! Und gleichzeitig einfach doppelte Freude, weil ich das Ganze mit meinem guten Kumpel Nico erlebt habe.

Bericht unter https://teamblog.nova.eu/weekend-vol-biv-through-the-southern-alps/  Bild vom Crep Nudo quasi das Highlight des 1. Flugs des Südalpentrips

 

Was ich in meinem ersten Jahr als Team Pilot gleich erfahren durfte, ist welchen hohen Stellenwert der Team-Geist im NPT hat. Ich war bei der Vorbereitung für den Dolomiti Superfly echt erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit ich von mir bisher fremden Leuten – unsere Kollegen aus Südtirol. danke Mauro und Hubert –  unterstützt wurde. Vielen Dank an der Stelle auch an Till, der das alles möglich gemacht hat!

Auch bei den Bordairraces war es eine Selbstverständlichkeit seine Planung, den Kollegen frei zur Verfügung zu stellen. Letztendlich ist es ja ein Wettbewerb und gute Planung und Vorbereitung spielen eine wichtige  Rolle.

Ich freue mich weiterhin von neuen Abenteuern aus dem Team zu erfahren, denn am schönsten ist das Erlebnis, wenn man es sofort teilen kann – oder besser gleich zusammen erlebt. In diesem Sinne noch ein schönen Saisonausklang und weiterhin viele tolle Flüge!

Beste Grüße

Markus

 


 

Johannes Jakobi

Hallo Team,

das Flugjahr scheint zumindest für mich, bis zu meinem Lanzarote-Urlaub im Dezember und kleine Wochenend-Flügchen, vorbei zu sein. Ich stecke bis zum Hals in meiner Arbeit – wie jeden Herbst.

2017  lief für fliegerisch nicht ganz so erfolgreich, wie ich es mir erhofft hatte. Ich konnte zwar eines meiner Ziele erreichen und zum dritten Mal in Folge mit meinem MENTOR den Albcup gewinnen, aber nicht wie die letzten Jahre die Gesamtwertung, sondern nur die Sport- und Standard-Klasse.

Auch sonst hatte ich viele schöne und besondere Erlebnisse beim Fliegen wie z.B. mein Kühlturm-Bart oder Flüge gemeinsam mit Freunden Flügel an Flügel in der Heimat. Beide Bilder entstanden zwischen Oberkochen und Neresheim.

Doch dank unseres neuen Teams hatte ich das Gefühl, viel mehr Erlebt zu haben als nur meine eigenen Flüge. Mit Spannung schaute ich immer wieder in unseren XC Filter was es von “meiner” Truppe neues gab. Ich freute mich jedes Mal wenn es wieder Neuigkeiten über Facebook, E-Mail  oder sogar die DHV info von euch gab. Jedes Mal hatte ich das Gefühl, ein bisschen dabei zu sein und war in meinen Tagträumen auch öfter mal dabei. Es kommt zugegebener Maßen Stolz auf, zu euch als Team dazu zu gehören. Gratulation euch allen zu Euren genialen Flügen und persönlichen Erfolgen !

Am großen Team Meeting konnte ich krankheitsbedingt leider nicht teilnehmen. Aber ich freue mich schon riesig darauf, nächstes Jahr auch die Anderen kennenzulernen.

Auch hatte ich mir immer wieder vorgenommen, unseren Überflieger Timm im Schwarzwald zu besuchen. Nächstes Jahr klappt es hoffentlich. Für 2018 habe ich außerdem die Idee, eine Art kleine, fliegerische Deutschland-Tournee zu machen. Dabei würden wir die Fluggelände der anderen Team-Piloten besuchen  Jeder, der Bock drauf hat, kann mitkommen und wir werden versuchen, so viele Fluggelände wie möglich zu erkunden. Das wäre auch eine gute Möglichkeit, den einen oder anderen von euch mal wieder zu sehen.

Danke euch allen und auch NOVA für das spannende Flugjahr!

Viele Grüße,

Johannes

 


 

Im vorletzten Teil geht es dann vom Südschwarzwald in den Bayrischen Wald.