Die Kanarische Insel Lanzarote im Januar 2018

Die Kanarische Insel Lanzarote im Januar 2018

Next Post Previous Post

Vom 12. bis 21. 01. 2018 waren zehn Gleitschirmflieger vom DGFC-Regental und 1.Gleitschirmverein Bayerwald  auf der Starkwindinsel Lanzarote. Von den neun Flugtagen konnten nur drei genutzt werden. Mit mehr Risikoeinsatz wären es vielleicht fünf Flugtage geworden, aber „braucht‘s des?“ Beflogen werden konnten die Gebiete Mirador Ostseite, Tinajo und  Arrieta.

 

Mirador mit dem Startplatz bei Orzola ist beeindruckend.  Die fast senkrechte, ca. 300 m hohe  Wand bietet sich perfekt zum Soaren an, man kann hier leicht auf 500 m aufsoaren, mit einem fantastischen Blick über das Meer und zur Insel La Graciosa, wo man auch rüber fliegen könnte. Die zwei Startplätze am Hangfuß  sind nur etwas für perfekte Starter, mich haben sie auch einen zerrissenen Overall gekostet, zum Glück nicht mehr.

 

 

Das Fluggebiet Tinajo ist ein nach Norden ausgerichteter Kessel mit ca. 150 m Höhe. Hier ist Soaren möglich und manchmal sind auch Thermikblasen eingelagert, in einer solchen konnte ich einmal 500 m aufdrehen, aber mit Versatz in Geröllflächen ohne sichere Landemöglichkeit. Die Startplätze sind auch klein, mit mehr oder weniger Steinen und Geröll umrahmt.

 

 

 

 

Auf dem Weg zwischen Arrieta und Mala liegt das Fluggebiet Arrieta.  Eine Kante mit ca. 200 m die nach Osten ausgerichtet ist. Man erreicht den relativ großen Startplatz durch eine Auffahrt zum dortigen Stausee (er war leer) und geht zu Fuß über den Damm zum Startplatz. Anfangs war zu viel Wind und es konnten nur die Drachen fliegen, zum Glück ließ der Wind  nach und wir konnten alle mehr oder weniger sicher starten.

 

 

 

Unser erfahrener Guide Konrad  präsentierte uns auch noch das Fluggebiet Tenesar,  direkt am Meer gelegen,  eine kleine Kante und gleich dahinter noch eine etwas höhere. Dort wurde geflogen, aber das war nichts für mich. Der untere Startplatz ist ein Schotterweg mit Felsen und Geröll beidseitig, der Startplatz am Hang liegt direkt in den Felsen,  bestens geeignet für „Schirm- und Beinbruch“!

 

 

 

 

Das Flieger-Highlight  der Insel  besuchten wir auch, Risco de Famara, eine nach Nordwest ausgerichtete Kante mit einer Länge von ca. 20 km. Die ersten 5 km führen über Land und dann geht’s am Meer entlang mit einer fast  unlandbaren Steilküste, beeindruckend. Am oberen Startplatz hatten wir Wind mit ca. 80 km/h, da flogen nicht einmal die Drachen.

 

 

 

Dank des teilweise unfliegbaren Windes  konnten wir auch die Sehenswürdigkeiten besuchen. Mirador del Rio ist ein Aussichtspunkt mit einem beeindruckenden Bauwerk, fast unsichtbar eingepasst in die Felslandschaft, mit einem tollen Blick über Lanzarote und hinüber zur Nachbarinsel Isla Graciosa – das muss man gesehen haben.  Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch das Tal der 1000 Palmen bei Haria – wenigstens ist da etwas Grünes auf der Insel zu sehen.

 

 

Den Vulkanen nahe ist man im Nationalpark Timanfaya und man kann hier die Lavahitze direkt spüren. Mit dem Bus wurden wir durch den Nationalpark gefahren, wo sehenswerte Vulkankrater gezeigt werden und eine Steinwüste, wie sie lebensfeindlicher nicht sein kann. Beim Rückweg besuchten wir noch die Lavahöhle „Cueva de los Verdes“ mit einem sieben Kilometer  langen Tunnelsystem, sehenswert.

 

 

 

Das Kulinarische kam auch nicht zu kurz, von der traditionellen Lanzarote-Paella über den Chinesen und Japaner bis zum T-Bone-Steak war alles geboten und auch noch sehr gut.  Hab ein- zwei Kilo davon mit nach Hause genommen ;-) .

 

 

 

 

Insgesamt war die Reise gelungen und man kann sie als Erfolg verbuchen, auch wenn die fliegerischen Erwartungen nicht  ganz erfüllt wurden. Die zehn Leute hatten gut zusammen funktioniert,  mit  viel Spaß und vielen Aktivitäten. Das selbstgemachte Frühstück, mit Spezialisten für Kaffee, Toastbrot, Rühreier usw., hätte eine Hotelküche  auch nicht besser hinbekommen. Wenn man die gute Stimmung am Verbrauch von San Miguel messen würde, so war dieser sehr hoch. Ein Dank geht an unseren Organisator der Reise den Tom, der sich um Flug, Mietauto und Unterkunft kümmerte, es hat alles perfekt gepasst.

Resümee: Man kann in Lanzarote fliegen, aber man muss immer mit viel Wind rechnen. Beeindruckend sind Flüge an der Steilküste, was mit laminarem Wind Spaß macht. Fluggebiete gibt es aber bessere und vor allem sicherere für nicht so erfahrene Flieger, mit Startplätzen die dem Namen auch gerecht werden.

 

Rupert Kellnhofer

NPT Germany